Es gibt Momente im Leben, in denen man unerwartet auf Weisheiten stößt, die einem die Augen für neue Perspektiven öffnen. Für mich war eine solche Lebensweisheit: „Don’t think that those colors don’t go together.“ Diese Erkenntnis begegnete mir im Laufe meiner Karriere und hat meine Sicht auf Farben und Design maßgeblich verändert.
Bis zu diesem Moment war ich – wie viele andere – fest davon überzeugt, dass bestimmte Farben einfach nicht zusammenpassen. Damals lebten wir schließlich in einer Zeit, in der Farben strikt nach den klassischen Jahreszeitentypen zugeordnet wurden. Nach dem Motto ich bin ein Herbst-Typ, zu mir passen nur diese und jene Farben. Die Mode- und Designwelt schien klar in ihrem Verständnis dessen, was „funktioniert“ und was „nicht funktioniert“.
Dann aber traf ich auf eine außergewöhnliche Frau, eine Vertreterin einer führenden Designfirma, die intensiv mit den neusten Trends und zukünftigen Designkonzepten arbeitete. Sie war Teil eines internationalen Gremiums, das sich mit der Farbgestaltung für die Industrie auseinandersetzt und dabei oft zwei Jahre voraus ist – weiter als die Modenschauen und Kollektionen, die wir kennen. Diese Fachleute tüfteln an neuen Farbmodellen, die uns vielleicht heute noch abwegig erscheinen, aber schon bald überall zu finden sein könnten. Sie tüfteln auch an „neuen“ Farben, zum Beispiel gibt es Farben die aus Abfall oder CO2 hergestellt werden, und es sind tolle Farben.
Was ich von dieser Begegnung mitnahm, war die Erkenntnis, dass Farbregeln oft eher Richtlinien als unumstößliche Gesetze sind. Was heute nicht harmoniert, kann morgen zum Trend werden. Es geht nicht nur um Ästhetik, sondern auch um Emotionen, um den kulturellen und technologischen Kontext, in dem Farben wahrgenommen werden. Farben sind dynamisch, sie verändern ihre Bedeutung mit der Zeit – und das macht sie so faszinierend. (Ich habe darüber bereits geschrieben und bei Gelegenheit werde ich diesen Artikel hier als Update einfügen.)
Diese Weisheit, dass man offen für neue Farbzusammenstellungen sein sollte, ist nicht nur eine Lektion für Designer oder Modemacher. Sie lässt sich auf viele Bereiche des Lebens übertragen: Sei es in der Kunst, im persönlichen Stil oder in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen – es lohnt sich, die eigenen Vorstellungen von „was passt“ und „was nicht passt“ zu hinterfragen. Manchmal führen gerade die unerwarteten Kombinationen zu den erstaunlichsten Ergebnissen.
Im Rückblick bin ich dankbar für diese kleine, aber tiefgründige Einsicht. Sie hat mich gelehrt, mutiger zu sein, mehr zu experimentieren und die Harmonie in Dingen zu finden, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammenpassen. Denn wie sagte schon meine weise Kollegin: „Don’t think that those colors don’t go together.“ Wer weiß, vielleicht ist genau diese unkonventionelle Kombination die Zukunft.
Mit einem Augenzwinkern und einem Schmunzeln bleibt uns zu sagen: Manchmal passen Dinge besser zusammen, als man denkt – man muss es nur ausprobieren!
Farben spielen nicht nur in der Mode oder im Design eine zentrale Rolle, sondern auch in der Politik. Sie sind Symbole, die tief in unserer Wahrnehmung verwurzelt sind und bestimmte Parteien, Ideologien oder Bewegungen repräsentieren. Doch wie wir bereits von der Aussage „Don’t think that those colors don’t go together“ gelernt haben, lohnt es sich auch in der politischen Landschaft, vermeintlich festgefahrene Farbkombinationen und Grenzen zu hinterfragen.
Deshalb biete ich euch hier – so hoffe ich – eine wertfreie Entscheidungshilfe für die Nationalratswahl 2024. In diesem Sinne präsentiere ich euch eine, die nicht in Kategorien von „richtig“ und „falsch“ denkt, sondern eher die Vielfalt der politischen Farben feiert und eine Orientierung in diesem bunten Spektrum bietet.
Aber zuerst zum faktischen Fairness-Bingo: Eine Analyse der Wahlprogramme. Dabei handelt es sich um eine Erhebung, die sich auf die Wahlprogramme der Parteien konzentriert und dabei gezielt untersucht, wie oft der Begriff „Fairness“ oder wortverwandte Ausdrücke wie „gerecht“, „gleichberechtigt“ oder „sozial ausgewogen“ verwendet werden. And the Winner ist… 🥁 (Trommelwirbel) – Die Grünen! – sie haben den Fairness-Jackpot geknackt und verpacken „Gerechtigkeit“ ganze 165 Mal in 112 Seiten, das sind beachtliche 0,68 Begriffe pro Seite!
Und wie sieht’s bei den anderen aus?
• NEOS: Bei ihnen dauert es etwas länger – 2,4 Seiten bis zum nächsten Fairness-Check!
• FPÖ: Mit 2,5 Seiten im Schnitt ganz dicht dran.
• SPÖ: Etwas zögerlich mit einem Fairness-Wert von 2,7.
• ÖVP: Fairness auf Sparflamme – nur alle 8,2 Seiten ein Argument! Der „Fairness-Faktor“ zeigt also, wer am meisten Wert auf Gerechtigkeit legt – oder zumindest auf die passenden Begriffe.

Ich habe ein paar kreative Slogans entwickelt, um die Wahlprogramme für mich auf den Punkt zu bringen.
ÖVP: Leistung (First) für Latte Macchiato (Second). Repeat; SPÖ: Family First, Clichés ade; FPÖ: Heimat der Ritter First, Brettljause statt Wok – die neuen Alten; Die Grünen: Öko First, Schokolade und Wein bleibt; Neos: Future Babies First.
Ebenso habe ich meiner Kreativität freien Lauf gelassen und überlegt, welche Zeitformen ich den jeweiligen Parteien zuordnen würde. ÖVP: Perfekt; SPÖ: in der Gegenwart angesiedelt, aber mit einem Blick in die Zukunft und gleichzeitig einer Hommage an die Vergangenheit – Future Vintage eben; FPÖ: Präterium; Die Grünen: Futur I; Neos: Futur II
Und last but not least präsentiere ich euch meine elf Punkte-Übersicht: In einer Zeit, in der politische Ideen sprießen wie die Pilze nach einem Regenschauer, werfen wir einen Blick auf die zentralen Punkte der österreichischen Parteien ÖVP, SPÖ, FPÖ, Die Grünen und NEOS. Ob das nun ein Wettlauf um die besten Ideen oder ein Wettstreit um die schmissigsten Slogans ist, bleibt dem Wähler überlassen. Lassen Sie uns die Themenfelder im humorvollen, aber professionellen Stil durchleuchten.
1. Arbeit & Wirtschaft
ÖVP: Setzt auf Steuererleichterungen für die arbeitende Mitte und einen degressiven Ansatz beim Arbeitslosengeld. Die „Rot-Weiß-Rot-Karte“ für Fachkräfte könnte als Eintrittskarte zur nächsten großen Party gesehen werden – der österreichischen Arbeitsmarkt-Party.
SPÖ: Schlägt die 4-Tage-Woche vor, Langzeitarbeitslose mit einem staatlichen Beschäftigungsprogramm (Marienthal) zurück ins Spiel zu bringen.
FPÖ: Plädiert für Wirtschaftspatriotismus und will die Eigenversorgung sichern. „Made in Austria“ ist hier mehr als nur ein Slogan – es ist eine Lebensart.
Die Grünen: Versprechen, dass Klimaschutz der Schlüssel zu neuen Arbeitsplätzen ist. Hier wird das „grüne Gold“ nicht nur für den Rasen verwendet.
NEOS: Fordern flexiblere Arbeitszeitmodelle und Bürokratieabbau. Ein wahres Schlaraffenland für Unternehmer – wo die Bürokratie schnellstens zum Uralten gehört.
2. Bildung & Innovation
ÖVP: Schafft ein internationales Ausbildungszentrum und setzt auf Spitzenforschung. Ein „Harvard für Lehrlinge“ – klingt fast wie ein Netflix-Spin-off.
SPÖ: Stellt die Bildungsgleichstellung ins Rampenlicht und fördert Qualitätsjournalismus. Hier wird nicht nur geplaudert, sondern auch informiert.
FPÖ: Ist für eine Rückkehr zu traditionellen Werten im Bildungssystem. Ein bisschen Nostalgie in der Schulbank kann ja nicht schaden, oder?
Die Grünen: Glauben an das Bildungssystem als Motor der wirtschaftlichen Transformation. Ihre Devise: „Kluge Köpfe für eine kluge Zukunft“.
NEOS: Fordern frühkindliche Bildung und eine Modernisierung der Lehrpläne. Ein klarer Hinweis: Bildung ist kein Alterslimit.
3. Sozialpolitik
ÖVP: Bevorzugt Sachleistungen vor Geld, besonders bei Sozialleistungen. „In natura“ anstatt „in bar“ – ein Prinzip, das sich durchzieht.
SPÖ: Stärkt die soziale Gerechtigkeit durch Umverteilung und Mietpreisbremse. „Weniger für die Reichen, mehr für die Armen“ – so einfach kann es sein.
FPÖ: Betont die Souveränität des Staates und eine restriktive Migrationspolitik. Ein starker Staat für starke Bürger – wie ein Fitnessprogramm für die Gesellschaft.
Die Grünen: Setzen auf einen starken Sozialstaat und eine flexible soziale Absicherung. Hier wird „Zusammenhalt“ großgeschrieben.
NEOS: Zielen auf ein faires Pensionssystem und soziale Gerechtigkeit. Ein bisschen wie das „fair play“ im Sport – nur mit mehr Zahlen.
4. Landwirtschaft & Tourismus
ÖVP: Fördert nachhaltige Landwirtschaft und den Tourismus. Ein bisschen „Österreich für die Seele“ kann ja nicht schaden.
FPÖ: Bezieht sich stark auf die Eigenversorgung und möchte die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten reduzieren. „Kümmere dich um deinen eigenen Garten!“
Die Grünen: Fokussieren sich auf den Schutz von landwirtschaftlichen Flächen und Artenvielfalt. Hier wird der Öko-Garten ganz groß geschrieben.
NEOS: Die Hoffnung auf ein florierendes Ökosystem bleibt bestehen.
5. Familienpolitik
ÖVP: Bietet flexible Modelle der Kinderbetreuung und „Großelternkarenz“.
SPÖ: Glaubt an die 4-Tage-Woche für mehr Familienzeit. Ein echtes „Family First“-Modell.
FPÖ: Stellt die gesellschaftliche Homogenität in den Fokus. Ein bisschen wie der Zusammenhalt in einer guten Familie.
Die Grünen: Fördern Gleichstellung und Tierschutz in der Familienpolitik. „Familie“ heißt hier nicht nur Mensch, sondern auch Tier.
NEOS: Drängen auf frühkindliche Bildung und flexible Arbeitszeiten. Ein Paradies für alle frisch gebackenen Eltern.
6. Wohnen
ÖVP: Will die Wohneigentumsquote steigern und steuerliche Erleichterungen schaffen.
SPÖ: Verspricht Mietpreisbremse und sozialen Wohnbau. Ein bisschen wie die „Mietpreisdiplomatie“ – das müssen wir beobachten!
FPÖ: Keine spezifischen Aussagen, aber der Wunsch nach einem starken eigenen Heim schwebt in der Luft.
Die Grünen: Fokussieren auf leistbaren und ökologischen Wohnraum. Hier wird das „Öko-Haus“ zum neuen Trend.
NEOS: Stellen thermische Sanierungen in den Vordergrund. „Das grüne Zuhause“ ist ihr Motto.
7. Mobilität & Infrastruktur
ÖVP: Fördert den Ausbau von Straßen und öffentlichem Nahverkehr. Eine echte Mobilitätsoffensive!
SPÖ: Setzt auf den Zugang zu Bargeld in ländlichen Gebieten. Alpen-Bargeld und Alpen-Lachs.
FPÖ: Keine spezifischen Aussagen. Vielleicht ist der Fokus auf „Wohin fahren wir?“ gerichtet.
Die Grünen: Treiben den Ausbau des KlimaTickets voran. Mobilität wird hier grün – wie die Ampel.
NEOS: Unterstützen sichere Rad- und Gehwege. Ein „Fahrradparadies“ wird hier angestrebt.
8. Sicherheit
ÖVP: Betont die Grenzsicherung und eine strenge Asylpolitik. „Sicherheit zuerst“ lautet hier das Motto.
SPÖ: Fokussiert auf Schutz gefährdeter Frauen und Lohntransparenz. Hier wird Sicherheit auch auf emotionaler Ebene gedacht.
FPÖ: Ist für einen massiven Ausbau des Grenzschutzes. „Festung Österreich“ ist hier kein Scherz.
Die Grünen: Fokussieren sich auf Cyberangriffe und Diplomatie. „Sicherheit im digitalen Zeitalter“ ist ihre Devise.
NEOS: Setzen auf eine weisungsfreie Bundesstaatsanwaltschaft und internationale Zusammenarbeit. Hier wird Zusammenarbeit großgeschrieben.
9. Klimaschutz & Energie
ÖVP: Fördert erneuerbare Energien und Umwelttechnologien. Ein echter „grüner Daumen“ für die Wirtschaft.
SPÖ: Lebt die grünen Gedanken.
FPÖ: Fordert erneuerbare Energien, solange die Versorgung gesichert ist. Ein bisschen „aber nur, wenn…“ in ihrer Haltung.
Die Grünen: Haben einen klaren Plan für den Ausstieg aus fossilen Energien. „Österreichs grüne Revolution“ steht bevor!
NEOS: Drängen auf eine rasche Energiewende. „Die Zukunft ist grün – und das mit voller Kraft!“
10. Justiz & Rechtsstaat
ÖVP: Plant eine Modernisierung des Rechtsstaats. Ein bisschen wie ein „Update“ für die Gesetze.
SPÖ: Ist stiller Optimist und Realist in einer lauten Welt?
FPÖ: Fordert eine Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen. „Der Blick zurück“ kann lehrreich sein.
Die Grünen: Fokussieren sich auf Korruptionsbekämpfung und die Unabhängigkeit der Justiz. „Transparenz für alle!“ – ein Leitmotiv.
NEOS: Setzen ebenfalls auf transparente Verfahren und eine Reform der Korruptionsbekämpfung. Hier wird für „Gerechtigkeit für alle“ gekämpft.
11. Gesundheit & Pflege
ÖVP: Plant die Aufstockung von Kassenarztstellen und fördert Telemedizin. Ein „Gesundheits-Turbo“ für Österreich!
SPÖ: Fordert Arzttermine in 14 Tagen und mehr Medizinstudienplätze.
FPÖ: Lehnen Impfzwang ab und fordern eine Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen. „Krisensicherheit“ ist ein großes Thema.
Die Grünen: Fokus auf frauengerechte Gesundheitsversorgung. Hier wird nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf die Gerechtigkeit geachtet.
NEOS: Fordern eine einheitliche Finanzierung des Gesundheitssystems. „Einer für alle – und alle für einen“ gilt auch hier.
Abschließend sei gesagt, dass bis auf die SPÖ keine erkennbaren Vorschläge zur Finanzierung der jeweiligen Programme vorgelegt wurden. Daher muss ich davon ausgehen, dass die Finanzierung über zusätzliche Kredite erfolgen wird, was ich persönlich nicht als besonders kreativ und innovativ empfinde. Der Artikel ist fortlaufend, und ich schreibe bereits über das Thema: ‚Ist Inflation wirklich notwendig?‘ Oder ist sie ein Konstrukt, dem alle folgen, weil niemand genau weiß, was es bedeutet? Dies erinnert mich an die kalte Progression, die ja bekanntlich abgeschafft wurde – oder zumindest teilweise abgeschafft wurde, wie ich gehört habe.







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