Neu: Update Klimabonus!

Mein kleines Seelchen bietet hier auf dieser Plattform keine Lösungen an, sondern bestenfalls einen Überblick.

In Bezug auf meinen letzten Blogeintrag (vorerst nur in Deutsch verfügbar) zu diesem Thema gibt es sowohl das staatlich vertikal regulierte Compliance-Guthaben (Emissionszertifikate, bei dem Unternehmen verpflichtet sind, Kohlenstoffguthaben vom Staat zu kaufen) als auch die horizontalen freiwilligen Kohlenstoffkompensationen (freiwillige Ausgleichsguthaben) zwischen Unternehmen.

Marktwert: Im Jahr 2023 verzeichnete der Markt für regulatorische Compliance-Guthaben in Form von Emissionszertifikaten in Europa eine signifikante Handelsaktivität. Das europäische Emissionshandelssystem (EU ETS), der größte Kohlenstoffmarkt weltweit, meldete ein Handelsvolumen von etwa 850 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent für das Jahr. Der gesamte Marktwert für 2023 wird auf etwa 50 Milliarden Euro geschätzt​ (Deutsche Boerse)​​ (Xetra)​ (Referenzwert: BIP Österreich/Jahr 471 Milliarden dh in etwa 10% der Summe der im Rahmen der Produktionstätigkeit entstandenen Einkommen in Österreichs/Jahr oder ein Drittel der gesamten industriellen Wertschöpfung Österreichs/Jahr). Der Preis für EU-Emissionszertifikate (EUAs), die dem Inhaber das Recht geben, eine Tonne CO2-Äquivalent auszustoßen, stieg ebenfalls erheblich an, was zum Gesamtmarktwert beitrug​ (Deutsche Boerse)​​ (Xetra)​. Während der freiwillige Kohlenstoffmarkt im letzten Jahr auf etwa 400 Millionen Dollar geschätzt wurde, prognostizieren Experten den Wert des Sektors zwischen 10 und 25 Milliarden Dollar bis 2030, abhängig davon, wie aggressiv Länder auf der ganzen Welt ihre Klimaziele verfolgen – ein unglaubliches Investitionspotential, das in verschiedenen Emissionshandelssystemen gehandelt wird.

Nicht zu vergessen in diesem Zusammenhang sind alle sekundären und tertiären Zweige der Wirtschaft, die weitern Umsatz generieren, wie z.B. das digitale Identitätsmanagement. Lösungen für das digitale Identitätsmanagement bieten einen vielversprechenden Ansatz zur Verbesserung von Transparenz, Verantwortlichkeit und Effizienz im Handel mit Emissionszertifikaten. Durch die Nutzung der Blockchain-Technologie können diese Lösungen ein sicheres und unveränderbares Register von Emissionszertifikat-Besitz und Transaktionen bereitstellen, wodurch das Risiko von Betrug und Doppelzählungen verringert wird.

Zusätzlich kann das digitale Identitätsmanagement den Verifizierungsprozess für Emissionszertifikate vereinfachen, was es Unternehmen erleichtert, am Kohlenstoffhandel teilzunehmen. Auch verkauft wird der Tokenization-Prozess: Emissionszertifikate werden tokenisiert, das bedeutet, sie werden als digitale Token auf einer Blockchain oder einer anderen Distributed-Ledger-Technologie dargestellt. Jeder Token ist mit einem spezifischen Emissionszertifikat verknüpft und enthält Metadaten wie Projektinformationen, Verifizierungsdaten und Eigentumsdetails. Um bei Wochenend- oder Abendessen im Freundeskreis sprachlich mitmischen zu können empfiehlt es sich Stichworte wie DIDs (Decentralized Identifiers) und VCs (Verifiable Credentials) en passant einzuwerfen

The pain point(s): Zurück zur Frage “Reduzieren Kohlenstoffausgleichsmaßnahmen tatsächlich Emissionen?“ NEIN.

Greta hat da auch ihre berechtigten Zweifel. „There is no planet bla! Bla, bla, bla!“, um ihren abwertenden Aspekt in Bezug auf die hehren Worte  der Entscheidungsträger zu verdeutlichen, die den wirtschaftlichen Aspekt des Handels und den Gewinn im Auge haben. „Of course, we need constructive dialogue, but they’ve now had 30 years of bla, bla, bla and where has that led us?”

(Siehe Aufklärungsarbeit der Vereinten Nationen seit 1949 in meinem letzten Blog, will heissen im eigentlichen 75 Jahre „making speeches full of empty promises and consciously wasting time while the situation needs urgent action”. Man muss das Positive sehen, wir haben dafür gelernt, dass die low-Dopamin Diät hinter der Verzögerung steht. Die Entscheidungsträger bekommen ab sofort eine neue Diät, z.B. die Nootropische 😉. Die Low-Dopamin Diät steckt wahrscheinlich auch hinter dem Palästina-Israel Problem, die ist überhaupt an vielem Schuld.). “Hope is not passive. Hope is not bla, bla, bla.”) Greta hat Recht und ist im Recht, wie diese Valentinskarte für Paris bestens darstellt (so treffsicher, denn wir haben ja ein Pariser Abkommen – ein unverbindliches).

Zum Ersten ist das beneidenswerte COgrenzenlos frei und wandert von einem zum andern (Ausstellungsempfehlung: Dieter Nuhr, 9. Juli 2024, Eröffnung seiner Ausstellung “Woanders ist überall“ im Bank Austria Kunstforum Wien). Dazu das schon etwas in die Jahre gekommene NASA Modell aus 2014 der CO2 Wanderung mit Daten aus 2006!!:

Allerdings bietet diese Website vieles zu diesem Thema. https://ocov2.jpl.nasa.gov/

Und schlagartig wird klar, dass von Februar bis Juni unsere Pflanzen CO2 Hochsaison haben. Was die kleinen Münder leisten müssen.

Bedenken muss man auch, dass der Winter nicht gerade als blätterfreudig bei uns bekannt ist und natürlich, dass der Baumbestand weltweit drastisch gesunken ist und sinkt. Basierend auf unseren prognostizierten Baumdichten schätzen wir, dass jedes Jahr über 15 Milliarden Bäume gefällt werden und die weltweite Zahl der Bäume seit Beginn der menschlichen Zivilisation um etwa 46 % zurückgegangen ist.

Die Fachmenschen sind sich einig, es gibt genau 422 Bäume pro Person weltweit. Eine erwachsene Buche bindet pro Jahr ca. 12,5 Kilogramm CO2. 80 Bäumschen braucht man, um eine Tonne CO2 zu kompensieren. Ein durchschnittlicher Haushalt (siehe meine Einleitung zu diesem Thema) produziert jährlich ca. 16 Tonnen CO2.  16×80 ergibt 1280 Bäumchen/Haushalt. Meine Damen und Herren, ohne die Industrie auch nur annähernd in Betracht zu ziehen, geht sich das bei einem zweieinhalb Personenhaushalt knapp aus einen CO2 Ausgleich zu schaffen. Mit der Bäumchenrechnerei werden wir auf keinen– im wahrsten Sinne des Wortes – grünen Zweig kommen. Und dann gibt es da noch z.B. das Sahara-Problem, denn dort wachsen erheblich weniger Bäume.

Guter Rat ist in diesem Fall wirklich teuer, im eigentlichen sieht man sich die Lösungslandschaft genauer an, steht man dem höchsten Berg der Ratlosigkeit gegenüber (und die Bergschuhe zu Hause vergessen), höchstens noch übertroffen von den hoffnungsfreien Aktionismus-Künstlern wie den Klimaklebern.

Nationale, regionale, EU- und internationale Förderungen geben zusätzlich Anlass und bestenfalls auch Grund den freiwilligen Kohlenstoffkompensationsmarkt anzukurbeln, ein regelrechter Kohlenstoffkompensationswettbewerb findet statt (wohlgemerkt ohne auch nur eine Tonne CO2 aus unserer realen Atmosphäre zu entfernen, alles fiktiv auf Papier), selbstverständlich primär die Pariser (Papier)Ziele im Auge habend und nicht die Gewinnmarge.

Denn die Zahlen steigen auch ohne Kriege (denn ja, wie eingangs erwähnt, das CO2 von Russland und Ukraine bekommen wir volle Kanne ab.) Nach 18 Monaten allein dieses Krieges haben wir eine zusätzliche Belastung eines ganzen jährlichen CO2-Ausstosses eine zugegebenermaßen kleineren EU-Mitgliedsstaates. Und das ist ja nicht der einzige Krieg derzeit. ). Womit wir bei einem konkreten Vorschlag von mir wären, nämlich, die Kriegs-CO2 Abgabe, die verpflichtend vom Angreifer bei Angriff sofort zu entrichten ist, in Cash (und die ist auf jeden Fall doppelt so hoch als alle einsetzbaren Kriegsmaterialien). Was macht man aber in dem Fall, dass der Angreifer kein Angreifer ist, sondern ein Verteidiger. Kurzum, dann kommt es nicht zum Krieg, denn dann muss zuerst von Internationalen Gerichtshöfen geklärt werden, wer zu zahlen hat. Das ist dann eine Anwaltsfrage, dauert unendlich lang und ist noch kostspieliger.

Persönlich goutiere ich mit dem Schweizer Modell des Absaugens. Wir verkleiden dann die „CO2-Sauger“ als Bäumchen und machen ihnen einfach grössere Münder.

Und ich darf mit Greta heute beenden „Those numbers … rely on my generation sucking 100 of billions of tons of your CO2 out of the air with technologies that barely exist. (Diese Zahlen basieren auf der Annahme, dass meine Generation Hunderte Milliarden Tonnen Eures CO2s aus der Luft saugen – mit einer Technologie, die noch kaum existiert.)“

Update: Klimabonus

Der Klimabonus, wie er in Österreich eingeführt wurde, ist eine spezifische Maßnahme und nicht weltweit verbreitet. Andere Länder haben jedoch ähnliche Mechanismen zur Rückverteilung von Einnahmen aus CO2-Bepreisung oder Umweltsteuern. Hier einige Beispiele: Schweiz: Die Schweiz erhebt eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe. Ein Teil der Einnahmen wird als „Klimarückvergütung“ an die Bevölkerung und Unternehmen zurückgezahlt. Kanada: In Kanada gibt es die „Climate Action Incentive Payments“, die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung an die Einwohner zurückverteilen. Dies ist Teil des Bundesprogramms zur Kohlenstoffbepreisung. Schweden: Schweden hat eine der ältesten CO2-Steuern der Welt und verwendet die Einnahmen zur Senkung anderer Steuern, was indirekt einen ähnlichen Effekt wie ein Klimabonus hat. Deutschland: Deutschland hat den „Klimabonus“ in der Form der CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Wärmesektor eingeführt. Die Einnahmen werden genutzt, um andere Steuern und Abgaben zu senken, sowie zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen. Kalifornien, USA: In Kalifornien gibt es das „Cap-and-Trade“-Programm, das Emissionsrechte versteigert. Ein Teil der Einnahmen fließt in Programme zur Unterstützung einkommensschwacher Haushalte und zur Förderung erneuerbarer Energien.

Seit 2022 erhalten die Bürgerinnen und Bürger Österreichs den Klimabonus, eine Maßnahme der Regierung zur Kompensation der durch die CO2-Bepreisung entstehenden Mehrkosten. Klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) hat einen Preis, den Unternehmen zahlen müssen, die Kraftstoffe in Österreich herstellen oder importieren. Diese CO2-Bepreisung führt zu höheren Kosten für fossile Brennstoffe, die letztendlich an die Verbraucher weitergegeben werden.

Im ersten Jahr wurde der Klimabonus als einheitliche Zahlung von 500 Euro pro Person ausgezahlt. Dies diente als sofortiger Ausgleich für die erhöhten Lebenshaltungskosten durch die Einführung der CO2-Bepreisung. Die Idee war, die Bevölkerung direkt und schnell zu unterstützen, während die neuen Klimaschutzmaßnahmen implementiert wurden.

Ab dem zweiten Jahr wird der Klimabonus regional gestaffelt ausgezahlt. Diese Staffelung berücksichtigt die unterschiedlichen Mobilitätskosten und infrastrukturellen Gegebenheiten in den verschiedenen Regionen Österreichs. Menschen in städtischen Gebieten, wo die öffentliche Verkehrsanbindung besser ist, erhalten einen geringeren Bonus als jene in ländlichen Gebieten, wo die Abhängigkeit vom Individualverkehr höher und die öffentlichen Verkehrsmittel weniger zugänglich sind.

Der Klimabonus hat auch einen direkten Zusammenhang mit dem Rückfluss der durch die Emissionszertifikate lukrierten Gelder. Die Einnahmen aus dem Verkauf der CO2-Zertifikate werden teilweise genutzt, um den Klimabonus zu finanzieren. Dadurch wird sichergestellt, dass die durch die CO2-Bepreisung erzielten Mittel wieder an die Bevölkerung zurückgegeben werden, um die wirtschaftliche Belastung durch höhere Energiepreise zu mildern und die Akzeptanz der Klimaschutzmaßnahmen zu erhöhen.

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